Gemeindebibliothek Seebach
Am Stein 3, 99846 Seebach
Tel.: 036929 89935
E-Mail: biblioseebach@seebach-wak.de
Ansprechpartner: Frau Claudia Herrmann
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Ansprechpartner: Frau Claudia Herrmann
Montag: 14:30 – 18:30 Uhr
Dienstag: 12:00 – 16:00Uhr
Donnerstag: 14:30 – 18:30 Uhr
30.09.2026 Satire-Lesung: Buchpremiere! U.S. Levin, Geld ist unbezahlbar und andere bestechende Satiren
Beginn 19.00 Uhr in der Gemeindebibliothek
14.10.2026 Lesung: Gisa Pauly: Windjammer
Beginn 19.00 Uhr im Bürgerzimmer des Klubhauses Seebach
13.11.2026 Multivisionsshow über Indonesien mit Ralf Schwan
Beginn 19.00 Uhr im Vereinssaal des Klubhauses Seebach
Die Karten für die Lesung mit U.S. Levin „Geld ist unbezahlbar und andere bestechende Satire“ sind ab sofort für 8 € für die Buchpremiere mit Empfangsgetränk erhältlich.
Die Karten für die Lesung mit Gisa Pauly „Windjammer“ sind ab sofort für 15 € erhältlich.
03.09.2026 um 16.00 Uhr: 8. Kräuterstunde: Herbstliche Wildfrüchte und -kräuter; Unkostenbeitrag 6,00 €
49. Treffen des Literaturkreises Seebach
Liz Moores Roman „Der andere Arthur“ (2012) stellt zwei Außenseiter der modernen amerikanischen Gesellschaft in den Mittelpunkt. Der übergewichtige Ich-Erzähler Arthur Opp, ein ehemaliger Literaturprofessor, lebt vereinsamt ohne jegliche Kontakte zur Außenwelt und aufgrund seines Körpergewichtes von 250 Kg zunehmend bewegungseingeschränkt in seinem Haus in Brooklyn, bis ein Hilferuf seiner ehemaligen Studentin und Vertrauten Charlene ihn erreicht. Sie bittet Arthur um Lebenshilfe und Unterstützung für ihren 17jährigen Sohn Kel, da sie selbst krankheitsbedingt nicht länger für ihn sorgen kann. Die Leserinnen und Leser des ruhig, zum Teil sentimental erzählten Romans lernen auch Kels Ängste und Hoffnungen auf einen ordentlichen Schulabschluss und ein sich anschließendes Sportstipendium als einzige Chance in seinem Leben kennen. Wird die Fürsorge für einander beider Männer Rettung bedeuten?
Besonders beeindruckende Zeugnisse persönlicher Lebensläufe, Erfahrungen und Erinnerungen lesen wir in Tagebüchern und persönlichen Berichten, wie zum Beispiel in Margot Friedländers und Malin Schwerdtfegers Autobiografie „Versuche, dein Leben zu machen“(2008). Die 21jährige Margot plant mit Mutter und Bruder Ralph am 20.1.1942 vor der Gestapo zu fliehen und erfährt, dass ihr Bruder bereits deportiert worden ist. Ihre Mutter hinterlässt ihr diese Worte, da sie beschlossen hat, ihren Sohn auf seinem Weg zu begleiten, wo auch immer dieser hinführt. Margot, einer Holocaust Überlebenden, waren diese letzten Worte ihrer Mutter bis zu ihrem Tod Lebensmotto und Motivation.
Mechthild Borrmann beschreibt in ihrem neuesten Roman „Lebensbande“, (2025) die Freundschaft dreier Frauen in der Zeit des 2. Weltkrieges bis zum Mauerfall. „Feldpost“, „Trümmerkind“ und „Grenzgänger“ vereinen ebenso historische Begebenheiten und fiktive Geschichten, deren Verknüpfung Authentizität bewirken.
In ihrem Roman „Das Kind auf der Liste“ setzt die Historikerin und Biografin Annette Leo der Geschichte der Familie Blum, deren 16jähriger Sohn Willy in Auschwitz Birkenau ermordet wurde, und der oft vergessenen Opfergruppe von Sinti und Roma gleichermaßen ein Denkmal.
Auch die berühmte Kinderbuchautorin Astrid Lindgren hat während ihrer Tätigkeit als Übersetzerin von Kriegsfeldpost trotz Verbot viele historische Dokumente geöffnet und handschriftlich kopiert. Sie veröffentlichte ihre Tagebücher unter dem Fazit „Die Menschheit hat den Verstand verloren“.
„Farben, die das Leben malt“ von Marianne Cronin erzählt die bewegende Geschichte einer unheilbar an Krebs erkrankten 17jährigen, die in ihrem sterilen Krankenzimmer trotz allem jeden Augenblick ihres Lebens auskosten möchte und an den Reaktionen ihrer Mitmenschen zwischen Mitleid und Verdrängen verzweifelt. In ihrer Maltherapie lernt sie die 83jährige Margot kennen und startet mit ihr zusammen das Projekt 100 Bilder, (83+17), das beider Leben neuen Sinn gibt.
Die 1972 in Cork, Irland, geborene Jaqueline O’Mahony schickt in ihrem Buch „Sing, wilder Vogel, sing“ (2023) eine junge irische Frau auf persönliche Glückssuche, um dem Elend, der Hungersnot, der ausweglosen Zukunft in ihrer Heimat zu entfliehen. Nell, eigentlich Honora O‘ Neill, ist seit ihrer Geburt mit einem Fluch belegt, sie erreicht als blinde Passagierin 1854 das Oregon County, USA, arbeitet zuerst in einem Bordell und fällt einem Freier besonders auf. Kann er ihr das lang gesuchte Lebensglück bieten?
Von der norwegischen Autorin Trude Teige kennen wir „Als Großmutter im Regen tanzte“ oder „Und Großvater atmete mit den Wellen“.
Ihr Debütroman „Der Gesang der See“ wurde 2002 veröffentlicht, erschien aber erst 2026 in deutscher Übersetzung. Auf einer Fischerinsel an der norwegischen Westküste verspricht die junge schwangere Kristiane ihrem Vater auf dem Sterbebett, das seit Generationen in Familie vererbte Lotsenpatent zu verteidigen, obwohl im 19. Jahrhundert Frauen weder selbstbestimmt leben, noch einem Männerberuf nachgehen durften. Die Autorin verarbeitet die Lebensgeschichte ihrer Ururgroßmutter in diesem Buch und errang damit erste schriftstellerische Aufmerksamkeit.
„Der Maler und das reine Blau des Himmels“ (2022) von Tilman Röhrig begleitet die künstlerische Entwicklung des Franz Marc (1906-1916), der mit August Macke und weiteren Künstlern der Blauen Reiter Verbindung nach modernen Ausdrucksformen in der Malerei suchte. Seine Besessenheit beim Arbeiten, seine Einteilung in weibliche und männliche Farben sowie seine persönliche Inspiration, die er in den Liebesbeziehungen zu drei Frauen gleichzeitig fand, machen Franz Marc bis heute zu einem der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts.
Mit viel Augenzwinkern erzählt uns der 1971 als zweiter Sohn von Christoph Hein in Leipzig geborene Jakob Hein die Geschichte „Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste“. (2025)
Dem Titelhelden dieser Satire auf die Doppelmoral der DDR Politiker kommt als Assistent der Plankommission für die Zusammenarbeit mit dem (damals) befreundeten Afghanistan die brillante Idee, importiertes „Gras“ an den Grenzübergangsstellen nach Westberlin für harte Devisen an die Westberliner Bevölkerung zu verkaufen und damit den afghanischen Bauern eine bessere finanzielle Lage, vor allem aber der DDR Devisen in Millionenhöhe zu verschaffen. Ganz nebenbei soll dieser Coup auch das kapitalistische System schwächen und dem Sozialismus zum Sieg verhelfen. Alle Leserinnen und Leser mit DDR Vergangenheit erwartet ein riesiges Lesevergnügen.
Der erste Band ihres Klimaquartetts „Die Geschichte der Bienen“ (2015) wurde in 40 Sprachen übersetzt und vereint drei Familien, die sich 1852 in England, 2007 in den USA, 2098 in China mit der Bedeutung der Honigbiene als Bestäuber von Nutzpflanzen und damit als lebensnotwendig für die Menschheit erweisen.
Die 1975 in Oslo geborene Maja Lunde veröffentlichte 2017 „Die Geschichte des Wassers“, 2019 „Die letzten ihrer Art“ und 2023 „Der Traum von einem Baum“. In jedem ihrer Bände widmet sich die Autorin einem ökologischen Problem, das durch Klimaveränderungen, geologische und biologische Entwicklungen auf unserer Erde verursacht oder verschärft wird. Dabei stützt sie sich auf reale Rettungsmaßnahmen, wie beispielsweise die Auswilderung der einzig überlebenden Wildpferderasse oder dem Bewahren einer universellen Samenbank für alle Pflanzen aller Kontinente im ewigen Eis auf Spitzbergen.
In ihrem letzten Roman „Für immer“ (2026) kommt an einem normalen Tag im Juni plötzlich und unerwartet das menschliche Leben zum Sillstand, niemand stirbt mehr, keiner wird geboren, alle Menschen haben unendliche Lebenszeit, nur die Naturkreisläufe laufen ab wie gewohnt. Wie definieren die Menschen nun ihren Lebenssinn?
Der Schweizer Robert Seethaler stellt seinen Ideenreichtum und seine Erzählkunst auch in seinem neuesten Roman „Die Straße“ (2026) unter Beweis. In der von ihm beschriebenen Heidestraße wohnen ganz alltägliche Leute, sie tratschen mit und über Nachbarn, trinken nach Feierabend ein Bier in der Kneipe, lieben oder hassen einander und sind skeptisch gegen jegliche Veränderungen. Der Autor lässt uns durch aneinandergereihte Augenblicke, Gedanken der Bewohner und die Beschreibung sozialer Verhältnisse teilhaben an ganz alltäglichen menschlichen Problemen des Zusammenlebens in einer Gemeinschaft. Die meisten Bewohner der Straße bleiben namenlos, sodass ihre Sorgen, Hoffnungen und Probleme auf die Menschen jeder anderen Stadt und Straße zutreffen.
Für sommerliche Lesestunden empfehlen wir außerdem:
Harriki Murakami „Kafka am Strand“
Katharina Fuchs „Schwesternland“
Cay Rademacher „Nacht der Ruinen“ und andere Krimis aus der Provence
Jean Luc Bannalec „Bretonische Versuchungen“
Ewald Arenz „Zwei Leben“
Lynn Wilding „Land meiner Sehnsucht“
Elisabeth Strout „Erzähl mir alles“
Wie immer wünschen wir allen Interessierten viel Lesevergnügen.
Die Mitglieder des Literaturkreises Seebach
Die Näh-AG plant im Laufe des Jahres eine Nähaktion für Einsteiger:innen. Die Termine und weitere Details werden demnächst bekannt gegeben.
Sie können sich auch online über den Medienbestand der Gemeindebibliothek informieren und Ihr Leserkonto einsehen, Medien verlängern, Vormerkungen für ausgeliehene Medien vornehmen und einiges mehr. Das funktioniert sowohl unter: https://seebach.findus-internet-opac.de, über die oben stehende Kurz-URL oder den QR-Code. Die Einrichtung des Internet-OPAC wurde vom Land Thüringen gefördert.
Viel Spaß beim Stöbern!
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Weitere Informationen erhalten Sie in der Gemeindebibliothek. Rufen Sie uns einfach an.
Und nun viel Spaß beim Lesen!